Ein Tag (und eine Heimfahrt) mit dem Livestream

Eine großartige Erfahrung und dazu auch noch einen ungefährdeten Sieg konnte ich am Sonntag aus Düsseldorf mit nach Hause nehmen. Über das Spiel muss man nicht viel sagen, aber drumherum ist einiges passiert, da ich das gesamte Spiel an der Seite von Christian Schmidt im Hochwald Frische Milchideen Livestream mitkommentieren durfte. Mit dem Ende des Spiels war der Tag auch noch lange nicht vorbei. Aber beginnen wir doch am Anfang …

Sonntag, 05.12.2010 – ca. 11:30 Uhr – Arena Trier : Am Treffpunkt warte ich zusammen mit meiner Freundin auf das Livestream-Team in Person von Christian Schmidt und auch seiner Freundin Anne, die ihm bei fast jeder Übertragung zur Seite steht und unter anderem dafür sorgt, dass er nichts vergisst. Da die Wetterprognosen nicht sonderlich gut sind, entscheiden wir uns, dass es besser sei schon um halb 12 nach Düsseldorf aufzubrechen. So geht die Fahrt also los in Richtung Düsseldorf – ein wenig aufgeregt aber vor allem voller Vorfreude auf ein hoffentlich schönes Spiel und auf alle Eindrücke, die ich vom Livestream sammeln kann.

ca 13:05 Uhr – Rasthof in der Nähe von Hürth: Bis hierhin läuft eigentlich alles super. Wir haben eine relativ freie Fahrt hinter uns, während der wir Vokabeln (also die Nummern und Namen der Düsseldorfer Spieler) lernen. Dabei helfen auch einige Eselsbrücken, wie zum Beispiel „Vierneisel hat die Nummer 4“. Wir erzählen jeder ein wenig voneinander und stimmen uns auf das Spiel ein. Allerdings wird das Wetter mit der Zeit immer schlechter und als wir eine kleine Pinkelpause auf dem Rasthof einlegen, fliegt uns schon der kalte Schnee um die Ohren. Der frühe Abfahrtstermin scheint sich bereits gelohnt zu haben und die ersten Gedanken gehen an den Fanbus – ein wenig Angst haben wir schon, dass dieser es nicht rechtzeitig zum Spiel schaffen könnte.

13:30 Uhr – Autobahn 59 kurz hinter Leverkusen: Am besten lasse ich hier einfach dieses Bild sprechen. Von geschlossener Schneedecke kann man zwar noch nicht sprechen, aber die Geschwindigkeit muss trotzdem etwas gedrosselt werden. Düsseldorf liegt allerdings schon ziemlich direkt vor uns, so dass wir uns schon Gedanken um die Verpflegung machen. Die Zeit sollte eigentlich reichen für etwas mehr als nur einen kleinen Fast-Food Imbiss. So geht es also weiterhin gut gelaunt Richtung Burg-Wächter-Castello und hoffentlich zum nächsten Auswärtssieg unserer Jungs.

14:20 Uhr – Pizzaria La Strada, Düsseldorf: Um 17:00 Uhr beginnt das Spiel, da reicht es vollkommen, wenn wir um 15:00 Uhr bis 15:30 Uhr an der Halle sind. Also können wir etwas ordentliches essen und begeben uns auf die Suche nach Futter. Dies ist in der Umgebung der Halle gar nicht mal so einfach. So gibt es das Restaurant Dolche Vita einfach nicht, obwohl das IPhone es uns gesagt hatte. Die zweite Wahl ist das „La Strada“ und es ist auch eine Gute. Vor dem Spiel kein Alkohol, also können wir auch das Bier nicht probieren, aber die Pizza war lecker und hat uns hoffentlich genug für die noch kommenden Aufgaben gestärkt. Während des Essens plaudern wir weiter über den Livestream. Meine Nervösität ist zwar immer noch da, aber Christian versichert mir, dass er eigentlich nie nervös vor den Spielen ist. Außer natürlich, wenn das Internet nicht oder nur zu langsam geht, dann könne er auch ganz anders. Man sieht förmlich, wie die Erinnerung an Hagen vor seinem geistigen Auge erscheint …

15:20 – Burg-Wächter-Castello, Düsseldorf: Ankunft auf dem Parkplatz vor der Halle. Die sagenumwobenen Livestream-Koffer werden ausgeladen und wir machen uns auf den Weg zur Halle. Dort bekommen wir unsere Presseausweise in die Hand gedrückt und tragen alles zu den Presseplätzen. Mit großer Routine bauen Christian und Anne das Equipment auf, stecken alle Stecker in Position und fahren die Laptops hoch. Nicht ganz so emsig, sondern eher entspannt baut auch TBB-Pressesprecher Tom Rüdell neben mir seinen Laptop auf und versorgt schon einmal die Twitter- und Facebooknutzer mit den neusten Infos. In dem ganzen Aufbau verschwindet meine Nervösität plötzlich.

15:50 – Pressetisch vor dem TBB-Fanblock: Christian schaut plötzlich sehr skeptisch, als im Gespräch zwischen Tom Rüdell und seinem Kollegen der Gloria Giants plötzlich das Wort „Internet“ fällt (man erinnere sich an das Gespräch in der Pizzaria). Seine vorsichtige Frage, ob es Probleme mit dem Internet gebe kann aber verneint werden. Es kann weiter gehen. Inzwischen bin auch ich angeschlossen und kann über den Kopfhörer meine und Christians Stimme hören. Wir checken alles durch und ich kann mir ein Bild davon machen, wie er während des Livestreams am Laptop arbeitet und die Jingles abspielt, etc. Außerdem bekomme ich die wichtige Aufgabe, für den Ton während der Auszeiten einen Stecker umzustecken. Jetzt bin ich auch ein Teil des Teams, ohne den ein Feature nicht funktionieren wird. Ein Bisschen steigt die Nervösität wieder. Immerhin sind mittlerweile die Fans angekommen und stimmen sich schon ein wenig ein.

16:20 Uhr – Pressetisch vor dem TBB-Fanblock: Ein paar Klicks und der Stream läuft. Zunächst wird die Musik gespielt, danach folgen ein paar Werbespots und dann wird es tatsächlich los gehen. So langsam beginne ich mich zu fragen, was ich eigentlich großartiges sagen soll. Währenddessen macht Anne ein Foto von Christian, mir und einem leicht überrascht dreinblickenden Tom Rüdell. Die Werbung geht zu Ende und ich lehne mich wie zu Hause zurück während Christian mit seiner Anmoderation beginnt. Erst einige Sekunden später kapiere ich, dass ich mir diesmal nicht einfach nur den Stream anhöre, sondern Christian gerade neben mir sitzt und ich ein Teil des Ganzen bin. Kurz darauf werde ich vorgestellt und habe meinen ersten kleinen Wortwechsel. Jetzt ist wieder entspannen angesagt, denn beim Teamcheck hat der Gast quasi Sendepause.

16:55 Uhr – Pressetisch vor dem TBB-Fanblock: Der Teamcheck ist fertig und ich werde wieder einbezogen. Die Spieler kommen auf das Feld und das Spiel geht los. Am Anfang habe ich noch Probleme meine Rolle zu finden. Wann kann ich etwas sagen? Sollte ich lieber die Klappe halten? Bloß nicht dem Chris ins Wort fallen! Aber er macht es mir relativ einfach und bezieht mich häufig genug mit ein und fragt mich nach meiner Meinung. Langsam überwinde ich meine Scheu und gebe einfach meinen Senf dazu. Nervösität spüre ich sowieso nicht mehr. Dafür geht im Moment alles viel zu schnell.

ca 17:45 Uhr – Pressetisch vor dem TBB-Fanblock: Halbzeit in Düsseldorf. Die TBB spielt klasse und wenn man von einer sehr lauten Tröte hinter uns absieht, kommt auch die Stimmung aus dem Gästeblock gut rüber. Nun ist genug Zeit um mit Christian über meinen Blog zu plaudern. Auch die Halbzeit geht so rasend schnell vorbei und wir tauchen sofort wieder ins Spiel ein. Immer wieder gibt Anne Christian Hinweise, die er mehr oder weniger mit in seine Moderation einbaut. Mit halbem Auge schaue ich auch immer wieder auf Tom Rüdells Laptop, wo dieser bereits am Spielbericht schreibt. Während Christian bereits gegen Ende des dritten Viertels von einem ungefährdeten TBB-Sieg ausgeht, traue ich mich noch nicht so weit. Es wäre auch zu peinlich, wenn ausgerechnet in meiner Livestream-Premiere dann noch etwas schief gehen würde. Erst 6 Minuten vor Ende der Partie wage ich mich auf das dünne Eis und gehe von einem TBB-Sieg aus.

ca 18:40 Uhr – Pressetisch vor dem TBB-Fanblock: Das Spiel ist gewonnen und die Mannschaft kommt zum feiern in den Fanblock. Die Stimmung ist gut und ich muss Philip Zwiener mein Headset überlassen. Seinem Interview schließt sich das mit Thomas Päch an. Anschließend sprechen Christian und ich die letzten Worte und wagen einen kleinen Ausblick auf das kommende Spiel. Ein weiterer Klick und die Übertragung ist fertig. Das Headset wird ausgezogen und mein Job ist vorerst erledigt. Für die beiden Kollegen neben mir geht sie aber erst richtig los. Ab zur Pressekonferenz, Spieler und Trainer Interviewen, möglichst noch ein Video dazu. Pressebericht fertig schreiben und die O-Töne entsprechend aufbereiten und hochladen. Auch der Podcast zum Spiel wird noch in der Halle hochgeladen. Tatsächlich mit als die letzten verlassen wir das Burg-Wächter-Castello mit den Koffern, jedoch nicht bevor Christian noch drei Half-Court-Shots versucht … und immerhin ein Mal den Ring trifft. Jetzt schnell ins Auto und ab nach Hause, dann ist der Tag auch schon vorbei …

ca 21:00 Uhr – Bundesstraße 258: Das war wohl nichts mit „schnell nach Hause“. Ich habe in Düsseldorf das Steuer übernommen, damit Christ via UMTS noch weitere Dinge online erledigen kann, unter anderem die O-Töne auf seiner Homepage einpflegt. Warum wir wirklich das Navi eingeschaltet haben weiß ich schon nicht mehr, aber ich entschloss mich, das Hirn auszuschalten und ihm zu folgen. Und plötzlich war die A1 zu Ende und das Navi wollte uns auf die B 51 in Richtung Bitburg schicken. Die Straßenverhältnisse waren mittlerweile schon richtig übel. Selbst auf der Autobahn war maximal 60 km/h möglich. Die Eifelstrecke wollten wir unter diesen Umständen aber vermeiden, also fuhren wir die nicht ausgebaute Verlängerung der A1 weiter. Nun sind wir also auf der B 258 und folgen Schildern, die uns wieder zur Autobahn folgen sollen. Hier mal ein kleiner Eindruck:

23:00 Uhr – Arena Trier: Wir haben es geschafft! Allen Widrigkeiten zum Trotz sind wir wieder in Trier angekommen. Allerdings eine gute Stunde später, als eigentlich geplant. Naja Schwamm drüber denn es war ein richtig geiler Tag! Zu Hause höre ich mir die erste Halbzeit des Podcasts an, bevor ich wirklich schlafen kann. Eine wichtige Erkenntnis kann ich auf diese Weise noch erlangen: So schlimm klinge ich gar nicht im Radio.

Dies war also mein Bericht von meinem Debüt beim Hochwald Frische Milchideen Livestream. Auf diesem Wege möchte ich alle Leser bitten, dass sie mir doch mitteilen, wie es ihnen gefallen hat. Sowohl mein Bericht hier, als auch bei der Übertragung. Ich hoffe, dass Christian und ich euch gut unterhalten konnten.

Und wer es noch nicht getan hat, sollte sich die Aufzeichnung des Spiels noch anhören!

 

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