Neuer Kader komplett, aber reicht das?

Heute, pünktlich zum Trainingsauftakt konnte die TBB den letzten Neuzugang vorstellen. Dru Joyce findet nach einem Gastspiel in Polen seinen Weg zurück in die BBL. Grund genug die letzten Neuzugänge der TBB ein wenig vorzustellen und das sich nun abzeichnende Gesamtkonzept von Henrik Rödl zu untersuchen.

# 4 Barry Stewart

Der einzige College Rookie kommt von der Mississippi State University und spielte dort die vollen vier Jahre, verlässt das College also als Senior. Dort erzielte Stewart 11,8 Punkte und 2,8 Rebounds pro Partie. Als Starter auf der Position 2 soll er sozusagen der neue Jamal Shuler werden, also ein Rookie, der sofort einschlägt und direkt genug Punkte produziert.

#5 Dru Joyce

Ein BBL-Erfahrener Point Guard sollte noch kommen. Für die letzte Position wurde diese Vorgabe exakt umgesetzt. In zwei Jahren in Ulm erzielte der Aufbauspieler, der auf der High School mit LeBron James zusammenspielte, 9,5 Punkte / 4,4 Assists (2007/2008) und 10,1 Punkte / 4,5 Assists (2008/2009). Die Verpflichtung von Joyce entwickelte sich letzte Woche plötzlich zu einer Hängepartie. Laut Aussage des Vereins, habe Drus Agent seinem ehemaligen Verein Anwil Wloclawek gegen seinen Willen einen bei ihm deponierten Vertrag an Wloclawek übermittelt. Der Verein verkündete daraufhin die Verlängerung mit Joyce, der sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits für Trier entschieden haben soll und es wohl auch bereits einen gültigen Vertrag mit der TBB gab. So kam es zur außergewöhnlichen Situation, dass Joyce mit zwei Spielerverträgen ausgestattet war. Mittlerweile ist der Vertrag mit Wloclawek aufgelöst und auch die FIBA hat keine Ermittlungen, oder ähnliches vorgenommen, was eventuell zu einer Sperre von Dru Joyce führen könnte. Die TBB will Joyce weiterhin haben, und somit gehört er nun endgültig zum Kader der TBB.

# 15 Bill Borekambi

Ein neuer Perspektivspieler, der in dieser Saison vornehmlich in der Regionalliga und der NBBL auflaufen soll wurde auch verpflichtet. Als Ersatz für Alex Andreev, dessen Vertrag einvernehmlich aufgelöst wurde, wird Borekambi die Position 12 im Trierer Kader belegen und soll, wie es so schön heißt „an die Liga heran geführt“ werden. Auf dem folgenden Youtube-Video kann man sich aber bereits ein schönes Bild von Bills Spielweise machen. Mit etwas Glück haben wir uns da ein richtig schönes Juwel verpflichtet.

#12 Kosta Karamatskos

Kosta bleibt in Trier. Nach der für ihn sicherlich auch sehr enttäuschenden Saison kann er nun noch einmal zeigen, dass er das Format hat, ein BBL-Backup zu sein. Die Konkurrenz ist groß, mit Oskar Fassler und Samy Picard hat er einige Konkurrenten um Minuten in dieser Saison. Hoffentlich hat er nicht die gleichen Versprechungen von Rödl bekommen, wie von Defraigne letztes Jahr.

#25 Oliver Clay

Der Backup auf der Position 4 wird auch einen deutschen Pass haben. Oliver Clay ist vorerst der letzte Berliner, der in Trier anheuert. Kurzzeitig wurde ja auch über Stefan Hamann spekuliert, aber der hat nun seine Zelte in München bei seinem „Ziehvater“ Dirk Bauermann aufgeschlagen. Clay soll viel Defense und Körperlichkeit in das Trierer Spiel bringen. Wirkliche BBL-Erfahrung kann er allerdings noch nicht vorweisen, bei ALBA hat er in der BBL noch keine Minute gesehen.

#11 Oskar Fassler

Fassler ist über den Umweg Jena und MBC Weißenfels von Berlin nach Trier gekommen. Er soll den Backup auf der Shooting Guard Position übernehmen und auch auf der Position 3 mit aushelfen. Beim MBC konnte er schon vernünftige BBL-Erfahrung sammeln und wird Barry Stewart wohl einige Minuten Entlastung geben können.

#20 John Bynum

Der Backup wurde vor dem Starter verpflichtet, aber John Bynum bringt alles mit, was er für seine Rolle benötigt. Er hat viel BBL-Erfahrung mit den Eisbären Bremerhaven sammeln können, bei den Crailsheim Merlins in der Pro A war er in der letzten Saison absoluter Führungsspieler. Genau diese Kombination ist es, die ihn in den Augen von Henrik Rödl perfekt für die TBB macht.

Genug Defense? Genug Punkte?

Alle Verpflichtungen der TBB, sowie auch die Weiterverpflichtungen von Zirbes, Evans und Karamatskos zeigen, dass es einen sehr genauen Plan gibt, wie die Mannschaft in der nächsten Saison spielen soll. Defense ist das Motto, welches Rödl schon bei Amtantritt ausgegeben hat. Abgesehen von George Evans (der in den letzten Jahren gezeigt hat, dass er kein Ensminger ist) und Maik Zirbes (der aber noch zeigen kann, dass er auf BBL-Niveau verteidigen kann) gibt es keinen Spieler, der nicht auch über gute defensive Fähigkeiten verfügt. Dazu wurden mit Barry Stewart, Oliver Clay und Dru Joyce Spieler geholt, die im Fastbreak sehr gut abschließen können. Das gesamte Konzept wird dadurch abgerundet, dass es eine gut aussehende Mischung aus erfahrenen BBL-Recken und jungen hungrigen Talenten gibt, von Stewart und Picard abgesehen haben diese auch noch alle einen deutschen Pass.
Aber reicht das? Kann es diese Mannschaft schaffen, die BBL-Konkurrenz dauerhaft unter 70 Punkten zu halten? Und selbst wenn, werden vorne überhaupt genug Punkte erzielt, dass dies reichen würde? Mit Jamal Shuler und Chris Copeland hatte man letzte Saison zwei zuverlässige Scoringoptionen, von denen einer sogar BBL-Topscorer wurde. Diese Konstellation wird es so in der kommenden Saison wahrscheinlich nicht geben. Das Scoring wird sich auf mehrere Schultern verteilen müssen. Wenn von 10 Eingesetzten Spielern, nur 8 Spieler jeweils 10 Punkte im Schnitt machen, sollten das eigentlich genug Punkte sein (ACHTUNG: Milchmädchen-Alarm!!!).
Es ist im Moment noch müßig zu sagen, ob diese Teamaufstellung reichen kann oder wird. Die ersten Erkenntnisse werden die Testspiele zeigen. Da geht es ja schon direkt mit einem Leckerbissen los, wenn es nach Berlin geht, wo sich ALBA dann schon auf die Euroleage-Qualifikation vorbereitet. Aber egal, wie positiv die Meinungen und auch dieser Blogpost über die TBB auch klingen mögen – Platz 16 ist das Ziel für diese Saison, alles darüber wäre ein riesiger Erfolg.

 

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2 Kommentare zu Neuer Kader komplett, aber reicht das?

  1. gruebler sagt:

    Naja, du unterschlägst ja Zwiener und Dojcin in der heutigen Analyse und erwähnst den Starter auf der Fünf, Evans nur nebenbei. Wenn man sich das Roster konsolidiert anschaut, ist es schon solide für das verfügbare Budget. Klar ist aber auch: Die jüngeren deutschen Spieler müssen produzieren, damit die Rechnung aufgeht.

     
  2. pforsberg sagt:

    Es ging mir hierbei ja auch nur um die Zugänge, seitdem Zwiener da ist. Die neuen Spieler, die schon da waren, (wie Dojcin) kann man sich ja in den älteren Blogposts ansehen 😉

    Eine richtige Analyse wird noch kommen, keine Angst 🙂

    Insgesamt finde ich unsere Starting Five wirklich gut, die Frage wird wahrscheinlich sein, was von den Bankspielern alles kommen kann …

     

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