Da ist der Wurm drin

Mit einer 81:48 Niederlage in Oldenburg ist ein neuer Tiefpunkt der Trierer Auswärtsgeschichte erreicht. Als Trierer Fan mag man seit einiger Zeit schon nicht mehr an Auswärtsspiele denken, geschweige denn zu den Spielen fahren. Letzte Saison waren da bereits Perlen, wie das 96:63 in Paderborn bei. Diese Saison war die Klatsche in Oldenburg nach dem 93:65 bereit der zweite Totalblackout auswärts.

Irgendwie ist also der Wurm drin. Wo dieser her kommt, das weiß im Moment niemand. Fakt ist nur, dass die TBB auswärts auch in dieser Saison zu den schwächsten Teams der Liga gehört. Gleichzeitig spielt das Team zu Hause in dieser Spielzeit äußerst stark – nur gegen Braunschweig war bei der Heimniederlage kein Kraut gewachsen.

Mal eine kleine statistische Betrachtung: Yves Defraigne ist nun in seiner dritten Saison als Trainer der TBB. Seine bisherige Auswärtsbilanz lautet 8-30 Siege. Bei seiner vorherigen Station in Brüssel hatte er 6-28 Siege, bevor er wegen der Insolvenz entlassen werden musste. Und auch in Mons vorher ist seine Bilanz negativ mit 42-48 und 3 von 6 Saisons, in denen er mehr Auswärtsspiele gewann als verlor. (*)
Natürlich muss man dazu auch sagen, dass bei jedem Team naturgemäß die Auswärtsbilanz schlechter ist, als die Heimbilanz. Schauen wir uns aber mal die Auswärtsbilanzen der Achtplatzierten der letzten 4 Jahre an: 2005/2006 waren die EWE Baskets Oldenburg Achter. In der Auswärtstabelle belegten sie mit 5-10 Siegen den 10. Platz. In der Saison 2006/2007 rangierten die achtplatzierten Artland Dragons mit 6-11 nur auf Platz 14 der Auswärtstabelle. 2007/2008 dann die Eisbären Bremerhaven mit einer Auswärtsbilanz von 8-9 und Platz 6 in der Auswärtstabelle. Und schließlich letztes Jahr die Paderborn Baskets, die in der Auswärtstabelle mit 6-11 Platz 9 belegten. (**)
Das waren jetzt viele Zahlen auf einem kleinen Haufen. Sie sagen jedoch etwas relativ deutliches. Wenn man ein Team mit Playoff-Ambitionen sein will, dann kann man sich nicht alleine auf seine Heimstärke verlassen. Und in der Verfassung, in der sich da Team im Moment präsentiert, sieht es nicht so aus, als würde die Auswärtsbilanz der TBB in dieser Saison viel besser aussehen, als die der letzten Saison.

Ich will die Auswärtsschwäche der TBB auch nicht nur an Yves Defraigne fest machen. Aber wenn man noch einen Blick auf seine Zahlen als Trainer von Dexia Mons-Hainaut wirft, fällt auf, dass sein Team selbst bei besten Heimbilanzen auswärts stets nur knapp über 50% der Spiele gewinnen konnte, manchmal sogar weniger. Ist Yves Defraigne also ein Heimtrainer? Ein Trainer, der es nicht schafft sein Team in fremden Hallen optimal zu motivieren?
Ich weiß die Frage auf diese Antwort nicht und um es gleich zu sagen, eigentlich ist es Jammern auf hohem Niveau. Aber irgendwo in dieser Mannschaft steck auswärts der Wurm drin. Und genau diesen Wurm scheint es zu Hause nicht zu geben. Das regelmäßige kollektive Versagen der gesamten Mannschaft in Fremden Hallen scheint also nicht an den Fähigkeiten der einzelnen Spieler zu liegen. Wie man regelmäßig zu Hause sieht, können sie es. Nur wodran liegt es dann?

Wie wir alle schon sehen konnten, hat die Mannschaft das Potential und das Talent um die Playoffs zu erreichen. Aber durch solche Ergebnisse, wie in Oldenburg oder Luwigsburg, bringt sich das Team immer wieder selbst um den eigentlich verdienten Lohn.

(*) Quelle: the-sport.org (Zu Grunde liegende Trainerstationen: 2000/2001 – 2004/2005 Mons-Hainaut; 2005-2007 Brüssel ; seit 2007 TBB Trier)

(**) Beko-BBL.de

 

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5 Kommentare zu Da ist der Wurm drin

  1. Heiko Schmitz sagt:

    Nur mal so ne Idee:
    YD und das Team betonen immer, wie wichtig die Anfeuerung der Fans bei den Heimspielen für sie ist! Wie sehr sie das pusht und weiterhilft!
    Kann es nicht sein, dass auswärts auch einfach zu wenig Support ist, zu wenige Fans mitfahren und das Team unterstützen?
    Ich war bisher bei jedem Auswärtsspiel diese Saison und bei fast jedem letzte Saison dabei!
    In diesem Jahr habe ich noch nie mehr als 10 Trierer bei nem Auswärtsspiel gesehen und auch ein Bus kam (auch aufgrund der weiten Fahrten) noch nie zustande!
    Vielleicht sollten wir hier auch mal geschlossener auftreten und unser Team auch bei den Auswärtsspielen wie zuhause als 6. Mann unterstützen!
    Bremerhaven und Oldenburg, ok, das ist schon weit, aber Paderborn und Ludwigsburg, da hätten wir nen Bus voll bekommen sollen!

    Mein Vorschlag wäre es, für das Spiel am 5. Dez. in Ulm wirklich mal zu versuchen, nen vollen Bus Richtung Ulm zu schicken, mit allen Trommeln an Bord, die Fahnen die Doppelhalter! Damit das Team sieht (und hört) das wir sie auch auswärts als 6. Mann unterstützen!
    Das Spiel ist auch an einem Samstag, so dass es doch vielen möglich sein sollte, mit dabei zu sein!

    Ich fänd s klasse!

     
  2. pforsberg sagt:

    Da stimme ich dir definitiv zu! Ich selber habe es auf noch kein Auswärtsspiel geschafft. Wenn man aber über alle Kanäle nochmal extrem Werbung dafür machen würde, könnte man die Ulmer Kuhberghalle sicherlich stürmen.

     
  3. Heiko Schmitz sagt:

    Ja, es müsste einfach mehr Werbung dafür gemacht werden!
    Anmeldungen am Eingang verteilen, am FanShop-Stand auslegen, im Hallenheft erwähnen! Auch der TV könnte mal die Fahten erwähnen!
    Etc., etc. …

     
  4. Hol Flo sagt:

    Bei allen Respekt, die Fanclubs sitzen bei den Ulmern zwar ewig weit hinten, aber die Kuhberhalle wurde noch nicht wirklich erstürmt!

     
  5. pforsberg sagt:

    Ja leider kann von erstürmen auch keine Rede mehr sein, das der Fastbreak-Bus mangels Interesse wieder abbestellt wurde …

     

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