Verträge sind heutzutage auch nichts Zählbares mehr …

Vorneweg – Achtung! Dies wird nun ein Text – voller Klugscheißerei, Besserwisserei und Polemik. Außerdem behandelt er ein Problem, das die Welt nicht braucht. Dass so ein Text gerade von mir kommt ist dabei sogar noch Ironie hoch 10. Denn – sind wir mal ehrlich – ich schreibe zwar gern und viel, aber bei weitem nicht fehlerfrei und schon gar nicht auf eine Art und Weise, die irgendwie professionell zu nennen wäre. Trotzdem schwinge ich mich jetzt mal auf das hohe Ross und versuche nicht zu tief herabzufallen.

Aber erstmal genug von mir, denn es geht ja um ein ganz anderes Phänomen, was meine Zehennägel sich immer wieder hochrollen lässt. Ganz genau so muss es übrigens auch einer guten Freundin von mir gehen, ihres Zeichens Deutschlehrerin, wenn sie meine Texte und Emails liest. Von ihr wurde mir zum Beispiel schon bescheinigt, dass ich mal an meiner Kommasetzung arbeiten könnte – was dazu führt, dass ich mittlerweile jedes einzelne Komma genaustens überdenke, nur um im Endeffekt bestimmt genau so viele falsche Kommas zu setzen, wie vorher.

Doch ich schweife schon wieder ab. Was also stört mich aktuell am deutschen Sprachgebrauch in den hiesigen Wechselbörsen? Es geht mir vor allem um diese Aussage:

„Der hat Vertrag!“

Puh, mir wird immer ganz anders, wenn ich diesen Satz, oder Abwandlungen davon lesen muss. Ein Spieler kann also Vertrag haben? Genau so, wie er Schnupfen, Recht, Unrecht oder Angst haben kann? Insofern klingt das ja schon ganz logisch, denn alle diese Begriffe bezeichnen ja irgendwie eine Art Zustand. Auch kann man diese Zustände recht gut zeitlich anordnen. Jemand hat eine Woche Schnupfen, dauernd Recht, oder eben 1 Jahr Vertrag. Klingt ja eigentlich nicht so schlimm das Ganze. Einen Zustand bekomme ich dabei aber trotzdem immer wieder.

Und auch wenn ich jetzt als Erbsenzähler gebrandmarkt werde, der lieber mal vor seiner eigenen Haustür kehren sollte, nehme ich mir hier das Recht heraus, mich über diese Unsitte, wie ich es bezeichne, zu ärgern. Nur mal so als kleiner Exkurs in die Welt der Rechtschreibung. Normalerweise hat jedes Substantiv einen Artikel. Der Baum – Der Schnupfen – Die Halle. Und eben auch der Vertrag. Ist es nun aber nicht möglich eine so benannte Sache zu Zählen, kann man den Artikel manchmal weglassen. Es gibt keine „zwei Schnupfen(s)“. Man hat Schnupfen, oder man hat ihn eben nicht. Hier übrigens vor allem zum Vertrag ein paar Beispiele von Duden.de.

Im Falle des Vertrags, scheint die Sache ja eigentlich auch eindeutig zu sein. Kann ein Mensch mehrere Verträge haben? Ja klar, einen Spielervertrag, einen Mietvertrag, u.s.w. Es gibt also keinen Grund, den Verträgen, die unsere Spieler so haben einfach die Artikel zu klauen. Glücklicherweise ist diese Art der Vertragsverstümmelung bisher noch nicht übermäßig in der seriösen Presselandschaft anzutreffen. Ein Beispiel wie man es nicht macht, hat hier mal wieder Bild.de abgegeben. Bis auf wenige Ausnahmen, z.B. Eines Bela Rethy nutzen die meisten Reporter auch noch die korrekte Anwendung des Artikels. Aber in den Foren und Blogs ist „Vertag haben“ bereits eine verbreitete Krankheit. Da darf man nur jedem Spieler wünschen, dass er von dieser schlimmen Sache irgendwann genesen wird und danach irgendwann wieder einen richtig schön zählbaren Vertrag angeboten bekommt. Denn das ist es doch, was jeder Spieler am Ende haben will – etwas Zählbares.

 

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