Zirbes-Watch #6: Gesteigerte Erwartungen

Mittlerweile hat die Centerrotation bei der TBB ihre ersten Spiele hinter sich. Mit Andreas Seiferth wurde ja im Sommer ein Ersatz für George Evans geholt, der nicht viel unterschiedlicher als der Sarge sein könnte. Somit sieht auch die Rolle von Maik Zirbes wieder völlig anders aus, als noch in der vergangenen Saison.

Mit seinen 14,7 Punkten und 7,3 Rebounds pro Spiel zeigt Maik schon zu Saisonbeginn, das er seine Rolle mehr als angenommen hat und an ihr weiter wächst. Dabei ist aber der Druck auf den Jungen aus der Region weiter gestiegen. Er hat nun nicht mehr George Evans hinter sich, der in jedem Spiel für 10 Punkte gut war. Jetzt hat er einen zwar talentierten, aber unerfahrenen Spieler hinter sich in der Rotation, der statt 10 oder 15 eher 2 oder 3 Punkte pro Spiel machen wird. Nach den ersten beiden Spielen, wo Maik scheinbar zu explodieren schien, folgte im Spiel bei den Artland Dragons die prompte Ernüchterung mit gerade einmal 5 Punkten und 3 Rebounds. Wie ich auch in meiner Kolumne (die im Übrigen schon vor dem Artland-Spiel fertig geschrieben war) schreibe, wird Maik es auch weiterhin mit noch stärkeren Gegnern zu tun bekommen – heute gegen Ulm kommt schon eine richtig schwere Bewährungsprobe mit John Bryant.

Doch – um mal auf das Artland Spiel zurückzublicken – wodran lag es, dass Zirbes in den ersten Spielen schalten und walten konnte, wie er wollte und dann bei den Dragons kaum einen Stich sah? Auf den ersten Blick fällt schon Mal eine Statistik eines seiner Mitspieler ins Auge. Point Guard Dru Joyce hatte in den ersten beiden Spielen jeweils 9 Assists. Gegen Würzburg bekam Maik 4 davon aufgelegt – gegen Bremerhaven 3. Meistens kam es dazu, wenn das Pick and Roll zwischen Zirbes und Joyce gut geklappt hat. Zum Vergleich: Bei der Niederlage in Quakenbrück hatte Joyce 6 Assists – kein einziger davon ging zu Maik Zirbes. Was die Dragons perfekt gemacht haben war, das Pick and Roll zwischen den beiden komplett auszuschalten. Ich habe das Spiel ja gesehen, und es kam wirklich zu fast keiner Aktion, wo diese Taktik funktioniert hätte.

Damit sieht man aber schon, wodran es bei Maik noch etwas hapert. Das Pick and Roll sieht teilweise richtig göttlich aus und schafft ihm immer wieder einfache Optionen unter dem Korb. Wenn ihm diese Waffe aber weggenommen wird, fehlen ihm noch mehr andere Möglichkeiten zuverlässig aus dem eigenen Angriff zu scoren. Trotz seiner 115 kg Kampfgewicht hat er noch kein wirklich ausgereiftes Post-Up Spiel, ihm fehlen dazu noch ein paar Centerbewegungen, die er sich aber natürlich noch aneignen kann. Dafür – und das muss man ihm zu Gute halten – hat er eine großartige Nase am offensiven Brett. Letzte Saison war er mit 1,6 Offensivrebounds pro Spiel schon auf Platz 26 der Liga, im Moment führt er sie mit 5 Offensivrebounds pro Spiel deutlich an. Und mit seiner Masse kann man davon ausgehen, dass er diese offensiven Bretter sofort wieder hochprozentig abschließt. Auch hier kann man aber sehen, wie es die Dragons geschafft haben ihm seinen Zahn zu ziehen. Nach 9 und 4 Offensivrebounds in den ersten beiden Spielen, war es im Artland ein einzelner Ball, den er in der Offensive vom Brett gepflückt hat.

Das ich hier schon darüber schreibe, dass sich Maik Zirbes in einzelnen Aspekten seines Spiels verbessern muss zeigt es schon: Er ist richtig in der Liga angekommen. Auch wenn die Zahlen noch nicht so aussagekräftig sind, zeigt Zirbes die Tendenz klar an. Er wird sich in dieser Saison in allen relevanten Statistiken verbessern. Zusätzlich kommt er mit seiner neuen Rolle sehr gut zurecht und scheint richtig in ihr aufzugehen. Und nicht vergessen – Maik ist gerade Mal 21 Jahre alt. Er hat noch einige Zeit, sein Spiel – besonders mit Rücken zum Korb – zu verbessern und wird uns damit noch so einige Freude bereiten.

 

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