Zirbes-Watch #5: Was ein Block alles ausmachen kann

Maik Zirbes wird immer mehr zum Gesicht der TBB Trier. Am Anfang dieser Saison bekam er seine Spielzeit, und zahlte diese auch mit ordentlichen Zahlen zurück (vgl. Zirbes-Watch #4). Auf die Minuten gerechnet kam Maik auf 0,3 Punkte und Rebounds pro Minute, oder auch auf etwa 12 Punkte pro 40 Minuten. Diese Zahlen haben sich mittlerweile deutlich geändert. Aber auch abseits reiner Offensivzahlen ist Zirbes jetzt schon ein Crunch-Time Spieler, der nicht nur das Derby in Bonn mit für uns gewonnen hat.

Zunächst aber mal zu den Zahlen. 8,3 Punkte pro Partie erzielte Maik Zirbes in den letzten 10 Spielen. Dazu schnappte er sich pro Spiel im Schnitt 4,1 Rebounds. Dies ergibt wieder auf Minuten gerechnet bei ca. 18:30 Minuten pro Spiel Werte von 0,4 Punkten pro Minute (fast 18 pro 40 Minuten) und 0,2 Rebounds (8,6 pro 40 Minuten). Man sieht also, der Offensivoutput von Zirbes hat deutlich verbessert, auch wenn die Reboundszahlen etwas stagnieren. Dies macht in einer Mannschaft, in der vor allem das Team die Rebounds holt aber auch nicht so viel aus.

In jedem Fall bekommt Zirbes immer mehr Vertrauen von seinem Coach. Und er zahlt es in jedem Spiel ein Stück zurück. Stand er in den ersten Saisonspielen noch im Schnitt 14 Minuten auf dem Feld, sind es jetzt schon fast 20. Dies zusammen mit einem George Evans im gefühlt hundertsten Frühling sorgen dafür, dass die Centerposition in Trier so gut besetzt ist, wie noch nie (soweit ich mich erinnern kann).

Einen guten Spieler von einem sehr guten Spieler unterscheidet aber auch die Fähigkeit, im richtigen Moment die richtigen Sachen zu tun und Top-Leistungen zu zeigen. So geschehen beim Derbysieg in Bonn. Wir erinnern uns zurück (vor allem an 3:26):

Mit mittlerweile vier Fouls belastet musste Zirbes 7 Minuten lang gegen niemand anderes als Chris Ensminger verteidigen. Und als dann Tim Ohlbrecht meinte, er müsse krachend vollenden um seinem Team einen Schub zu geben, gab es den Schub in die andere Seite – und Trier hatte das Spiel gewonnen. Maik Zirbes hat somit genau das gemacht, was einen sehr guten Spieler auszeichnet – das richtige zur Richtigen Zeit.

Was aber natürlich noch auffällt, wenn man sich vor allem die Statistiken von Maik ansieht ist ein großer Hang zur Unkonstanz. 16 3 13 4 10 7 sind nämlich keinesfalls mein Tipp für die heutigen Lottozahlen, sondern die Punkteausbeuten in den letzten Spielen. Für die TBB und Maik Zirbes ist es dabei natürlich super, dass mit George Evans der Backup immer bereit steht. So leidet die TBB nicht so darunter, wenn Zirbes mal ein schwächeres Spiel hat und Zirbes selbst steht nicht unter dem ultimativen Druck, dass er immer Top-Leistungen abliefern muss, weil sein Team sonst keine Chance hätte. Wer aber nun glaubt, dass er es deshalb auch mal gerne etwas ruhiger angehen lässt, der irrt. Man kann ihm immer ansehen, wie er sich ärgert, wenn er schwache Aktionen hat oder dumme Fouls begeht. Wie er dann ein wenig vom Feld schleicht, wenn Evans für ihn kommt. Aber dann wird auf der Bank abgeklatscht, und es geht zur sofortigen Nachbetrachtung mit Thomas Päch auf der Bank. Und danach wird wieder das Team unterstützt, wenn auch nicht auf dem Feld. Da wird gerufen, mit dem Handtuch gewedelt und aufgesprungen, was das Zeug hält.

Für Zirbes selbst hat sich das Selbstverständnis in dieser Saison wohl ziemlich geändert. War er von wenigen Monaten noch „das Talent“, was sich entwickeln muss, ist er nun ein Leistungsträger in diesem Team, was fast nur aus Leistungsträgern besteht. Spätestens der Monster-Block (O-Ton natürlich von Chris Schmidt) in der Crunch-Time gegen Bonn hat gezeigt, dass Zirbes mittlerweile genau weiß, was er für das Team bedeutet – und auch wo seine Reise noch hin gehen kann …

 

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