Anschuldigungen gegen die TBB im Volksfreund

Donnerstag platzte eine riesige Bombe in Trier. Der Trierische Volksfreund berichtet von einer Unterschriftenfälschung im Rahmen des „Paycuts“ letzte Saison, die wenn sie sich als wahr herausstellen sollte, ein Skandal sondergleichen wäre. Ich möchte hier garnicht groß den Detektiv spielen, sondern einmal die Ereignisse und Reaktionen der letzten Tage zusammenfassen und dabei auch einen kritischen Blick auf die Rolle des Trierischen Volksfreunds in dieser Affäre werfen.

Die Vorwürfe wiegen äußerst schwer. Der TBB Trier GmbH wird nicht weniger als Urkundenfälschung vorgeworfen im Rahmen des Gehaltsverzichts der gesamten TBB-Belegschaft in der vergangenen Saison. Die Unterschrift von Brian Brown unter der Erklärung des Verzichts soll gefälscht sein. Der TV legt hierzu zwei Ausrisse vor, einer aus einem früheren Dokument der Vertragsauflösung von Brian Brown und einer, der aus der besagten Verzichtserklärung stammen sollen. In der heutigen Online-Ausgabe ist das gesamte eingescannte Dokument zu sehen. Was völlig deutlich zu sehen ist (abgesehen von fürchterlichem Englisch) – beide Unterschrift von Brown unterscheiden sich erheblich. Ob dies nun durch eine Fälschung seitens der TBB zu Stande kommt, ob Brown einfach tatsächlich unbewusst anders unterschrieben hat oder ob dies sogar Absicht von Brown gewesen sein könnte um im Zweifel nachträglich noch gegen die Vereinbarung vorgehen zu können, ist für den Leser reine Spekulation und sollte es eigentlich auch für den Volksfreund sein. Allerdings verweist der TV auf einen „… TBB-Insider, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will“. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Trier sogenannte Vorermittlungen aufgenommen um festzustellen, ob gegen die TBB ein Anfangsverdacht der Urkundenfälschung besteht. Auch hier berichtet der TV ausführlich. Neben diesem Bericht wurde aber auch direkt noch ein weiterer Nebenkriegsschauplatz geöffnet. In einem Interview kommt unser ehemaliger Kapitän James Gillingham zu Wort und erhebt schwere Anschuldigungen gegen das Management der TBB Trier GmbH und nennt auch sehr konkret die Gründe, die seiner Ansicht nach für die beispiellose Niederlagenserie der letzten Saison veranwortlich sind.

Deutschlandweit hat diese Enthüllungsstory des Volksfreunds hohe Wellen geschlagen. Bei schoenen-dunk hat der Diskussionsthread zum Thema längst die 100-Posts-Marke überschritten. Auch im lokalen Radio gab es einige Meldungen, die allerdings auch keine neuen Erkenntnise brachten und überwiegen den Volksfreund zitierten. Spiegel Online und Sportal.de zitieren im Wesentlichen die entsprechende DPA-Meldung, wobei es der Spiegel nicht schafft den Namen der TBB richtig zu schreiben … Dienste, wie Sport1 oder Spox.de haben keine Meldung über die Ereignisse in Trier gebracht. Interessant ist auch, dass das Trierer Online-Magazin 16vor keinerlei Meldung über die Ereignisse bringt.

Die Analyse aller Vorwürfe und bekannten Fakten zu einer Wahrheitsfindung meinerseits würde nicht nur den Rahmen dieses Blogs sprengen, es fällt auch nicht in meinen Aufgabenbereich, sondern ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft Trier. Allerdings sind jetzt bereits Folgen für den Trierer Basketball absehbar, egal wie diese Geschichte enden wird. Der Verein ist im Moment auf der Suche nach noch zwei starting Five Spielern. Da ist eine solche Publicity Gift für jede Verhandlung. Selbst wenn sich die Vorwürfe als falsch herrausstellen sollten – der Image-Schaden für die TBB ist in jedem Fall erheblich. Wenn natürlich die Vorwürfe stimmen, dann ist völlig klar, wessen Kopf hier rollen muss. Zwar haftet eine GmbH nur mit dem Geschäftsvermögen und kann sich als juristische Person nicht strafbar machen, dies gilt allerdings nicht für den Geschäftsführer, der sich sehr wohl strafbar machen kann (erster Abschnitt dieses Artikels). Um den Namen zu nennen: Sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, ist Lothar Hermeling nicht mehr zu halten, in keiner Art und Funktion mehr.

Aber diese ganzen Umstände sind in meinen Augen nicht das größte Ärgerniss. Natürlich wäre es ein Skandal sondergleichen, wenn sich die Vorwürfe erhärten sollten. Auch scheint in der TBB-Familie immernoch ein Maulwurf zu wüten. Der Berichterstattung nach und dem, was man sonst so hört, scheint es insgesamt auch noch ordentlich im TBB-Gebälk zu knacken und der Ruf nach einem richtigen Schnitt und einem Ausmisten der alten Köpfe der TBB ist mehr als verständlich. Interessant finde ich hier aber vor allem die Rolle, die der Volksfreund spielt. Hier mal eine Auflistung der letzten News, die über die TBB online zugänglich sind:

Oskar Fassler kommt nach Trier
Talent Clay kommt aus Berlin
James Marsh verlässt TBB Trier (und neuer Jugentrainer kommt)
Zwiener folgt Rödl nach Trier
Zweiter Online-Artikel über Zwiener

Dazu muss man sagen, dass in der Print-Ausgabe meißtens längere Artikel zu finden sind, als online. Trotz allem sind alle vergangenen Verpflichtungen mit gerade einmal einem, noch nicht einmal wirklich ausführlichen, Artikel gewürdigt. Das aktuelle Thema bekommt dagegen den Aufmacher auf der ersten Seite und die gesamte erste Seite im Sportteil. Dort wird dann in einem – meiner Meinung nach – äußerst reißerischen Tonfall über die Vorwürfe berichtet. Alles in allem zeigt der Volksfreund hier mal wieder, welchen Stellenwert der Trierer Basketball hat. Positive Meldungen werden pflichtgemäß erwähnt, wenn es aber einen Skandal zu berichten gibt, wird dieser so groß aufgemacht, wie nur möglich. Nicht falsch verstehen, ich sehe es als äußerst wichtig an, dass Zeitungen Informationen veröffentlichen, die ihnen zur Verfügung stehen. Es soll hier in Trier auf keinen Fall etwas totgeschwiegen werden und wenn sich die Beschuldigungen als wahr herausstellen sollten, hat der Volksfreund alles „richtig“ gemacht. Was mir aber komplett fehlt, ist die Verhältnismäßigkeit in der Berichterstattung. In Trier wird auf sportlicher Ebene im Moment ein Konzept aufgebaut, das äußerst interessante Spieler hergelockt hat und bundesweit in der Basketballszene für Interesse sorgt. Schlecht für Sponsorengespräche kann dies auf keinen Fall sein. Von diesem Konzept und dessen Umsetzung hätte der Volksfreund gerne auch eine gesamte Seite im Sportteil verwenden können. Dies passierte aber nicht, so dominieren leider die Negativschlagzeilen über die TBB in der Regionalen Presse.

Es werden turbulente nächste Wochen für die TBB Trier. Im Moment wirkt es ein wenig so, als würde irgend jemand gezielt versuchen dem Verein zu schaden. Und der TV nimmt diese Vorlage natürlich gerne auf um einen Skandal aufzudecken. Das einzig wirklich belastbare Ergebnis wird dabei aber die Staatsanwaltschaft Trier liefern können. Nur ist der Ruf der TBB in jedem Fall ordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden.

 

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Ein Kommentar zu Anschuldigungen gegen die TBB im Volksfreund

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